Sonntag, 3. August 2014

Die Angst wird akut!

Ihr Lieben,
die letzte Zeit war es hier, und auch auf Facebook ganz bewusst ziemlich ruhig geworden.
Ich habe ja bereits hier schon angekündigt gehabt,
dass das Räuberkind leider erneut am Herzen operiert werden muss.
Die letzten Monate waren für mich wirklich sehr hart.
Ich konnte mich kaum auf andere Dinge konzentrieren,
ständig schwebte die Herz-Op und die damit verbundenen großen Sorgen in meinem Kopf herum.
Nun sind die letzten 3 Monate doch quasi wie im Flug vergangen.
Und ich hatte mir ja bereits wie im letzten Post angekündigt vorgenommen Prioritäten zu setzten.
Und meine oberste Priorität ist ganz klar: das Räuberkind!
So haben wir die letzten Wochen so intensiv wie möglich genutzt,
und ich hab mich wieder auf die wesentlichen Dinge konzentriert,
und ich merkte auch das ich  wieder etwas entspannter wurde im Umgang mit Jerry, als ich den Entschluss faste manche Dinge einfach mal laufen zu lassen. Ich nahm mir selbst den Druck.
Nicht alles brauch immer meine 100%zige Aufmerksamkeit.
Außer eben eine Sache!
Und das ist wie gesagt Jerry.

Glücklicherweise, war oder ist das Wetter ja nun wirklich auf unserer Seite.
Der Sommer meinte es endlich gut mit uns.
Somit waren wir sehr sehr seeeeeeeehr viel draußen.
Wir dümpelten den ganzen Tag auf dem Spielplatz rum,
verputzten massig an Eis, und genossen fast jeden Tag unseren Smoothie an dem Jerry mittlerweile richtig Gefallen gefunden hat, und auch auf seinen eigenen Becher besteht.
Wir gingen Enten füttern, an ganz ruhigen Orten...
streckten unsere Füße ins Wasser.
Und genossen einfach in vollen Zügen diese ganz kostbaren Momente,
die wirklich viel zu kurz gekommen waren.
Ich könnt mich dafür immer noch treten.
Jedenfalls ist nun der Tag gekommen!
Heute ist Abreise.
Wir müssen uns auf dem Weg nach Hamburg machen.
Am Montag wird der Räuber auf Station aufgenommen,
und am Dienstag ist die Operation am Herzen geplant.
Die Nerven hier liegen wahrlich Plank zur Zeit.


Ich schaue diesem großen Räuberkind in die Augen, und möchte ihn eigentlich nur in den Arm nehmen,
und mit ihm weit, weit, weit weg rennen.
An einen Ort wo alles in Ordnung ist.
Einen Ort wo es so doofe Dinge wie Herzfehler und Dinge die man einfach nicht brauch,
einfach nicht gibt!
Ich möchte ihn beschützen.
Ich würde alles dafür geben, um ihm diesen Eingriff zu ersparen oder abzunehmen.
Er hat sich so wunderbar entwickelt.
Er hat diese Koma-Geschichte so unglaublich toll weggesteckt.
Und jetzt...
ja jetzt merke ich, dass ich diese Geschichte von damals einfach noch nicht verarbeitet habe.
All die Sorgen, all die Ängste, all die schrecklichen Bilder von der Intensivstation in diesen ungewissen 7 Wochen kommen wieder hoch.
Dieser Moment wo mir alles vor Schock aus den Händen fiel,
als ich diese hektische Versammlung von Ärzten und Schwestern um sein Bett sah.
Sie sich Dinge zu riefen...
ich spüre diese Hand die auf mich zukam, und mich aus dem Zimmer schob...
meine verzweifelten Worte, dass man mich doch bitte Aufklären sollte.
Doch keiner hatte dafür Zeit.
Sie waren alle mit Jerry beschäftigt!
2,5 Stunden später erst kam jemand zu mir.
In dieser Zeit bin ich x-Mal vor der Intensivstation in Tränen zusammengebrochen.
Ich weiß nicht,
ob ich so etwas in der Art noch einmal durchstehen kann.
All das,
es ist wieder so akut!
So nah!
So greifbar!
Und ich kann nichts dagegen tun.
Außer mir immer wieder einzureden,
dass Jerry größer und vor allem stärker und robuster geworden ist.
Er ist ein Kämpfer!
Das ist nicht neues!
Und wir sind nicht alleine!
Wir haben den Helden mit an unserer Seite!
Allerdings geht es ihm da nicht viel besser als mir.
Für ihn, ist es das 1.Mal das er so etwas "großes" miterlebt.

Leider fängt der ganze Tumult auch nicht Stressfrei an.
Wäre ja auch mal was ganz Neues, oder?
Denn eigentlich sollten wir ja ins Ronald Mc Donald Haus.
Doch leider habe ich am Freitag erfahren,
dass sie noch kein Zimmer für uns frei haben.
Nun. Das ich da erstmal in Tränen ausgebrochen bin, könnt ihr euch vorstellen?
Denn findet mal in den Sommerferien ein bezahlbares und/oder freies Hotel!
Die Panik stand mir im Gesicht geschrieben.
Ich könnte ja zur äußersten Not halt mit im Zimmer schlafen,
doch bin ich ja nicht alleine! Der Held ist ja auch noch mit dabei.
Nach 2 Stunden rumtelefonieren habe ich dann in der Tag eins gefunden.
Leider aber erstmal nur bis Mittwoch, da sie ab da an dann ausgebucht sind.
Wir hoffen jetzt einfach  mal, dass wir bis dahin in das Ronald Mc Donal Haus einziehen können. Denn eine Familie soll wohl nächste Woche entlassen werden, wenn alles gut geht. Wenn nicht, haben wir aber Gottseidank ein Plan B in petto. Aber auch nur, weil es eben auch ganz besonders liebe und nette Menschen gibt.
Aber zurück zur Op!
Jerry wird uns ganz bestimmt wieder überraschen.
Und am Ende werde ich von einem Quietschfidelen Räuberkind berichten,
der so tut als wenn nie irgendwas gewesen wäre!
Oh jaaa...
das wünsch ich mir!

Ich hoffe so sehr, dass all meine Ängste absolut unbegründet sind.
Und das von ganzem Herzen!